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Grohnde-Klage: Land will bis Mitte Mai erwidern

27. Mai 2017: Veranstaltung zur Grohnde Klage in Blomberg
Gestern in Blomberg: Infos zur Grohnde Klage

(Fr. 28-04-2017) Auf mehrfache Nachfrage des Gerichtes (OVG Lüneburg) hat das Land jetzt zugesagt, seine Klageerwiderung im Verfahren um den Entzug der Betriebsgenehmigung für das AKW Grohnde bis Mitte Mai (2017) vorzulegen. Die Klage war bereits im Oktober 2015 von Anwohnern eingereicht und Mitte 2016 ausführlich begründet worden. Die Kläger drängen auf eine baldmöglichste mündliche Verhandlung.

Gestern informierten Kläger Peter Leiding (Grohnde) und Karsten Schmeißner vom Rechtshilfefonds auf einer gut besuchten Veranstaltung in Blomberg. [Veranstaltungsbericht]

Ausstellungseröffnung in Göttingen

  • Grohnde Ausstellung in frisch renovierten Räumen im OM10 in Göttingen

(Fr. 28-04-2017) Mit der Zeitung „Atomexpress“ war in Göttingen seit den späten 70er bis in die 80er Jahre eines der politischen Zentren der damaligen Anti-AKW-Bewegung. Mit vom ASTA organisierten Bussen fuhren am 19. März 77 mehr als 1.000 Menschen nach Grohnde. Einige da­von, aber auch deutlich Jüngere, kamen gestern zur Eröffnung der Ausstellung 40 Jahre „Schlacht um Grohnde“ ins „OM10“. Das OM10 ist ein Projekt im früheren Gewerkschaftshaus in der Oberen Maschstraße 10. Das Haus stand seit 2009 leer, bis es im November 2015 besetzt wurde und ein Jahr später nach „langen und zähen“ Verhandlungen mit der Immobilien-Holding des DGB von den BesetzerInnen erworben werden konnte, um günstigen Wohnraum, Unterkunft für Geflüchtete und ein politisches Zentrum einzurichten. [OM10-Homepage
Dort steht die Ausstellung bis zum 1. Mai, dann bis zum 12. Mai im Kreishaus. Bei der Veranstaltung wurde bekannt, das eine Resolutionen zur Stilllegung des AKW Grohnde im Kreistag bereits in dieser Woche eingebracht wurde und am 12. Mai von fünf Fraktionen im Rat der Stadt eingebracht wird.

Ein filmischer Zusammenschnitt von der Demonstration und aus der Tagesschau des gleichen Tages versetzte das Publikum der gut besuchten Veranstaltung zurück zum 19. März 1977. Vier Beteiligte be­richteten wie sie den Tag erlebt haben und heute darüber denken. Ausgangspunkt waren auch hier die starken Erinnerungen. Eine damals 19jährige berichtete von der „Wut über dieses menschenver­achtende Bollwerk, an dem man nichts mehr ändern kann“. Obwohl nur als Sanitäterin unterwegs, habe sie zwei angebrochene Rippen davon getragen. Der Einsatz der Reiterstaffel, dass sei für ihn eine prägende Erfahrung gewesen, die ihn nicht mehr verlassen habe, berichtete ein damals 17jäh­riger. „Wahnsinnig lange her sei das ja heute und bei Vielem habe man vielleicht auch Glück gehabt, dass es nicht schlimmer ausgegangen ist“, resümierte einer der Organisatoren des damaligen Göttinger Arbeitskreises gegen Atomenergie. In jedem Falle sei nach Grohnde klar gewesen, dass es keine weiteren solchen Aktionen geben konnte. Zugleich aber, so sein persönlicher Eindruck, seien die Grohnde-Demonstration und der zeitgleich beginnende Widerstand gegen Gorleben der Anfang vom Ende der Atomenergie gewesen, „auch wenn es in der damaligen Situation immer als Dauerfrust empfunden wurde“. Gegen den „Dauerfrust“ gab es Widerspruch, auf Lust an Veränderung, Spaß (nicht nur beim Bier) und erruptive Lernprozessen wurde hingewiesen. Eher Zustimmung zur Bewertung, das auch wenn Bau und Betrieb in Grohnde selbst nicht verhindert werden konnte, die gesamte Auseinandersetzung rückwirkend betrachtet doch erfolgreich gewesen sei. Abschließend gab Peter Dickel einen Überblick über die Entwicklung um Grohnde seit 1977 und die aktuelle Arbeit der Regionalkonferenz. Beim Geschichtsprojekt gehe es nicht um sentimentales Erinnern, sondern um eine ehrliche Rechenschaft und eine Zwischenbilanz. Denn angesichts der noch laufenden AKWs (Grohnde bis 31.12.2021), der dann an den Standorten noch vorhandenen Zwischenlager (geneh­migt bis 2046) und des überall im Lande verteilten Atommülls sind wir nicht am Ende der Auseinandersetzung oder mittendrin, sondern immer noch ganz am Anfang.

Die weiteren Ausstellungstermine in Göttingen:

  • 28.04. - 01.05.  |  14.00 - 18.00 Uhr, am 1. Mai zusätzlich von 10.30 - 11.30 Uhr, OM10, Obere Maschstraße 10, Göttingen

  • 02. - 12. Mai      |   Kreishaus des Landkreises Göttingen, Reinhäuser Landstraße 4, 37083 Göttingen, zu den üblichen Öffnungszeiten

  • Di., 02. Mai         | 15.30 Uhr      Einführung in die Ausstellung durch den Hamelner Historiker Berhard Gelderblom

[Veranstaltungsflyer Göttingen]     [Ausstellungstafeln als PDF-Datei
Anfragen zur Ausleihe der Ausstellung: ausstellung(ätt)grohnde-kampagne.de

Bericht vom Auftaktwochenende Mitte März im Hameln.
Presseberichte zum Projekt auf einer Sonderseite des BUND Hameln-Pyrmont 

 

Renegade-Alarm bestätigt Katastrophen-Gefahr

Goettingen: Widerstandswurm und Kundgebung
Göttingen: Widerstandswurm und Kundgebung
Zeitzeugin Katsuragi spricht am Schacht KONRAD
Zeitzeugin Katsuragi spricht am Schacht KONRAD
Mahnwache der Wenningser Widerständischen Songgruppe
Mahnwache der Wenningser Widerständischen Songgruppe
Detmold: Infostand zu Grohnde
Detmold: Infostand zu Grohnde
Gedenkstein in Blomberg
Gedenkstein in Blomberg

(Mo. 13-03-2017***) Auch 2017 wurde bei hunderten Veran­staltungen Fukushima gedacht und gegen Atomenergie demonstriert. Demonstrationen u.a. in Berlin, Düsseldorf, Göttingen und Hamburg statt. In Göttingen zog der gelbe Widerstandswurm durch die Stadt, der auch schon in Grohnde und Hameln dabei war. Abends  stilles Gedenken mit Teezeremonie und Lesung. In japanischer Tradition schwammen Lichter auf dem Teich im Cheltenhampark, berichtet die Anti-Atom-Initiative. Mahnaktionen etwa am Schacht KONRAD in Salzgitter oder Wennigsen (Deister). Dort wird am Donnerstag, dem 16. März um 19.30 Uhr im Begegnungszentrum Hirtenstraße die Doku „Power To Change“ gezeigt. Am Infostand des Klimaforums Detmold war angesichts der  Evakuierungen deutscher AKW die Sorge über mögliche Folgen eines Flugzeugabsturzes auf den benachbarten Reaktor Thema. In Blomberg stellten Vertreter der Grünen-Fraktion einen Gedenkstein auf, der an die Opfer der Atomkatastrophen von Tschernobyl und Fukushima erinnern soll. Bereits im vergangenen Jahr wurden an gleicher Stelle eine Birke und ein Kirschbaum gepflanzt.
Wir würden uns über weitere Fotos und Berichte von Aktionen freuen, denn Medien berichteten – wenn überhaupt – nur örtlich. Weitere Termine zum Fukushima-Jahrestag und überhaupt in unserer Terminliste.

Überschattet wurde der Jahrestag vom Bekanntwerden eines sog. Renegade-Alarms: Weil der Funkkontakt zu einem Flugzeug abgebrochen war, wurden zahlreiche Atomanlagen in Deutschland evakuiert. In solchen Fällen werde von der Möglichkeit eines terroristischen Angriffs durch ein gekapertes Flugzeug ausgegangen. In solchen Fällen ? - Obwohl staatliche Stellen bemüht waren, Details geheim zu halten, wurde klar: Das war nicht der erste Alarm dieser Art. Bekannt geworden sei der Vorfall auch nur, weil in Brokdorf wie berichtet zeitgleich 30 Demonstranten gegen Atomkraft protestierten und die Evaku­ie­rung beobachteten, berichtete die Hannoversche Allgemeine und: „Renegade“-Fälle kämen rund 20-mal pro Jahr vor, meistens gäbe es sehr schnell Entwarnung, äußerst selten sei, dass Atomkraftwerke evakuiert werden. [siehe auch Bericht auf umweltfairaendern.de]. Das Bekanntwerden der Renegade-Alarme dürfte für die Auseinandersetzung um den Weiterbe­trieb von Atomanlagen in Deutschland verschärfen. Geprüft werden sollen jetzt u.a. rechtliche Konsequenzen.

"Die Bevölkerung wurde aber erst gar nicht informiert", kritisiert Peter Leiding aus Grohnde, der genau wegen dieser Gefahren seit mehr als einem Jahr vor dem OVG Lüneburg gegen den Betrieb des AKW klagt: "Das Szenario eines terroristischen Flugzeugabsturzes hat das Umweltministerium selbst nach dem 11.09.2001 nicht in die Lastannahmen der AKW aufgenommen. Und heute?  Da wurden Atomkraftwerke genau wegen solch einer Gefahr geräumt. Es handelt sich also doch nicht nur um eine abstrakte Gefahr, wie gerne behauptet wird."

Epidemisch: Immer mehr Kommunen gegen AKW Grohnde

(06-03-2017) Wie zuvor schon in Vlotho, Barntrup und Detmold hat in der vergangenen Woche auch in Blomberg der Rat der Stadt (einstimmig) die Stilllegung des AKW Grohnde gefordert. Ein ähnlicher Antrag der Herforder GRÜNEN wird dem Rat der Stadt am 5. Mai vorgelegt. Das auch Bielefeld sich anschließen könnte, sehen Insider kritisch. Immerhin halten die Stadtwerke 16,7% am AKW Grohnde.
Diskutiert wird mittlerweile aber auch in einigen Kommunen auf niedersächsischer Seite. Und die  Anti-Atom-Initiative Göttingen hat mit ihrer gestrigen Mahnwache eine Unterschriftensammlung begonnen: "Wir wollen Kreis und Stadt Göttingen auffordern, es der Stadt Vlotho gleich zu tun. In einem Beschluss des dortigen Stadtrates wird die sofortige Rücknahme der Betriebserlaubnis für das AKW Grohnde gefordert. Ein Super-Gau im Pannenreaktor hat nicht nur für Vlotho, sondern auch für Göttingen katastrophale Folgen. Große Teile des Landkreises wären für viele Jahre unbewohnbar. Jeder Tag, den dieses AKW läuft, ist ein Tag zu viel." [Download Unterschriftenliste]

250. meldepflichtiges Ereignis in Grohnde – Erneut Probleme im Sicherheitssystem

(Mi.,1.2.17/KS) Als gerade einer von vier Sicherheitssträngen wegen bevorstehender Wartungsarbeiten abgeschaltet war, fiel in der vergangenen Woche bei einem zweiten Strang eine elektronische Baugruppe aus. Das hatte zur Folge, dass zwischenzeitlich nur noch die zur Störfallbeherrschung notwendigen zwei zur Verfügung standen. Es handelte sich hier um eine Situation, die laut Berichten des Betreibers Preussen-Elektra und des Niedersächsischen Umweltministeriums (NMU) das Kriterium E 2.1.1 (Eilt) gemäß Atomrechtlicher Sicherheitsbeauftragten- und Meldeverordnung (AtSMV) hervorrief.

Bei Eintreten eines solchen Ereignisses im Leistungsbetrieb kann laut AtSMV der Betrieb der Anlage oder der Teilanlage aus sicherheitstechnischen Gründen nicht fortgeführt werden. Hätte der Reaktor also heruntergefahren werden müssen? Diese Frage hat die Regionalkonferenz an das NMU gestellt und erwartet nun eine Erklärung.

Altersschwäche, immer wieder Probleme im Sicherheitsbereich der Anlage und eine Reihe weiterer seit langem bekannter Schwachstellen – was muss noch passieren, dass Umweltminister Wenzel endlich handelt und die sofortige Stilllegung veranlasst?

Link zur Sat1-Meldung am 13. Januar
Link zur Sat1-Meldung am 13. Januar
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AKW-Grohnde: Tödliche Dosis bei Flugzeugabsturz

Physikerin Becker erläutert Gutachten
Physikerin Becker erläutert Gutachten

(Fr, 13-01-2017/GrohndePress) Flugzeugabstürze oder terroristische Angriffe auf das AKW Grohnde können in kurzer Zeit zu so hohen Freisetzungen führen, dass Anwohner tödlich bedroht sind. Das hat die Physikerin Oda Becker in einem Gutachten festgestellt, das am Freitag in Hannover vorgestellt wurde. Seit Oktober 2015 klagen Anwohner aus Grohnde und Boden­werder gegen den Betrieb des AKW. Sie fordern eine zügige Durchführung des Ver­fahrens vor dem OVG Lüneburg und vollständige Aktenvorlage durch das Umwelt­ministerium.

Die Gutachterin hat Auswirkungen eines schweren Unfalls im AKW Grohnde für die Kläger unter­sucht und dabei besonders Abstürze von größeren Verkehrsflugzeugen wie dem Airbus A380 berücksich­tigt. Grundlage waren Gutachten der Gesellschaft für Reaktorsicherheit (GRS) zu Flugzeugabstürzen auf AKW von 2002 und eine vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) nach Fukushima erstellte Studie über die Freisetzungen nach großen Unfällen in deutschen AKW.

Becker: „Durch einen zufälligen oder gezielt herbeigeführten Absturz eines Großflug­zeu­ges kann es zu fünfmal höheren Freisetzungen und einer sehr viel schnelleren Ausbreitung kom­men. Diskutiert wird heute die Evakuierung im Nahbereich innerhalb von 6 Stunden nach einem Unfall, aber selbst dafür gibt es noch keine Planung. Wir reden hier aber von einer Ausbreitung innerhalb von 2 – 3 Stunden.“ Eine rechtzeitige Evakuierung, schreibt Becker in ihrer Stellungnahme, werde voraus­sichtlich nicht erfolgen, „die Strahlendosen sind jedoch so hoch, dass der Kläger zu 2 [Grohnde] selbst im Gebäude eine tödliche Dosis erhalten kann.“ (Seite 38)

Angesichts dieser bedrohlichen Situation kritisiert Kläger Hans-Peter Leiding aus Grohnde die mangelnde Aktenvorlage durch das beklagte Umweltministerium: „Wir wis­sen aus Schrei­ben des Ministeriums, dass es zur Frage des Flugzeugabsturzes Kon­sul­tationen mit der Bundesregierung und wohl auch weitere Berechnungen gegeben hat. Zu den Ergebnissen findet sich aber nichts in den Akten.“ Darum hofft Leiding auf eine alsbaldige Terminierung durch das OVG und eine Aufforderung an das Umweltministerium, endlich alle Akten und Fakten auf den Tisch zu legen.

[Presseinfo als PDF]  [Statement Leiding]

Gutachterliche Stellungnahmen Oda Becker:

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OVG weist Heilkosten-Forderung des Landes ab

(Fr, 09-12-2016/Di) Das Oberverwaltungsgericht Celle hat gestern die Heilkosten-Forderung des Landes Niedersachsen über 15.000,- € gegen einen Aktivisten abgelehnt, der im November 2012 gegen MOX-Transporte nach Grohnde demonstriert hat. Revision wurde nicht zugelassen. Bereits in der mündlichen Verhandlung am 9. November hatte das Gericht Zweifel an den vorgelegten Beweisen der Polizei und der rechtlichen Argumentation des Landes deutlich gemacht und dem Land die Rücknahme der Klage nahe gelegt.

[Bericht mündl. Verhandlung]   [Hintergrund]

Anwohner klagen auf Entzug der Betriebsgenehmigung

Landespressekonferenz am 25. März 2015 in Hannover

Alle Infos auf den Seiten des Rechtshilfefonds Atomerbe Grohnde e.V.

 

Das war die Aktions- und Menschenkette am 9. März 2013

Aus Anlass des 2. Fukushima-Jahrestages rief die Regionalkonferenz  für Samstag, den 09. März 2013 zu einer Aktions- und Menschenkette rund um das Atomkraftwerk Grohnde auf. An den mehr als 200 Aktionspunkten  im Abstand von etwa 40 km vom Reaktor probten mehr als 20.000 Menschen, was es bedeutet, wenn die Katastrophe nicht 9.000 KM entfernt, sonder direkt vor der eigenen Haustür stattfindet. Dazu hatte die Regionalkonferenz am Dienstag zuvor ein fiktives, aber durchaus realistisches Katastrophenszenario gestartet und mit sieben Bulletins entwickelt.  [Aktionsaufruf]  [mehr Infos zur Aktion]

Stell dir vor... Verlassen Sie das Sperrgebiet!

Stell dir vor: Riss im AKW Grohnde

Bulletin No. 7. Hameln. 8.3.2013, 1 Uhr. Nach dem Katastrophenszenario der "Regionalkonferenz Grohnde abschalten" wird die Bevölkerung 40 km rund um das AKW Grohnde aufgerufen, das Sperrgebiet bis spätestens Samstag 11 Uhr zu verlassen. Nach dem Szenario sind bei einem Unfall im Atomkraftwerk Grohnde seit Mittwochmorgen radioaktive Stoffe freigesetzt worden. Weiterlesen... Bulletin No.1 No.2 No.3 No.4 No.5 No.6 und Video Riss AKW Grohnde.


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