Berichte

zum Geschichtsprojekt   40 Jahre „Schlacht um Grohnde“

2018

Junge WissenschaftlerInnen haben nachgefragt

Von links: Sina-Sophie Kurth, Marie-Claire Jovanovic, Paula Peckmann und Tjark Barth von der Uni Hannover haben nachgefragt (Foto: Juliane Dickel)
Von links: Sina-Sophie Kurth, Marie-Claire Jovanovic, Paula Peckmann und Tjark Barth von der Uni Hannover haben nachgefragt (Foto: Juliane Dickel)
Noch bis zum 23. September ist die Grohnde-Ausstellung im Museum Rinteln zu sehen (mehr Infos unter Termine)
Noch bis zum 23. September ist die Grohnde-Ausstellung im Museum Rinteln zu sehen (mehr Infos unter Termine)

(Sa. 05-05-2018) Angeregt vom Projekt „40 Jahre Schlacht um Grohnde“ haben StudentInnen vom Institut für Sozio­lo­gie der LeibnizUniversität Hannover  ZeitzeugInnen befragt. Sie wollten wissen, wie sich die Beteiligung an den Ereignissen damals auf ihren Lebenslauf ausgewirkt hat. Am Freitag abend stellten sie Ergeb­nisse in Hameln vor und zur Diskussion. Ziel sei dabei auch, Wissenschaft öffentlich zu betreiben, erläuterte Se­minar­leiter Dr. Mathias Wagner und methodisch wichtig, ergänzte Co-Leiterin Dr. Ina Rust, um Ergeb­nis­se und daraus gezogenen Schlüsse zu überprüfen.

Beeindruckt zeigten sich die jungen WissenschaftlerInnen von der Fülle des Materials: Die Bilder der heftigen Auseinandersetzung am Bauzaun, die vielleicht nicht alle gewollt aber doch die meisten toleriert hätten, aber auch das hohe Maß an Vernetzung der Gruppen und die Vielzahl der sozialen Orte über die sie stattfand. Als ggfs. auch übertragbare Erkenntnisse formulierte Tjark Barth drei Hypothesen: 1. Die soziale Zusammensetzung war ursächlich wichtiger als der Widerstand gegen AKWs, 2. Die Soziale Lage der Akteure entscheidet über die Radikalität und 3. „Gewalt“ von Teilen einer Bewegung hat nicht die Existenz der Bewegung bedroht.
Paula Peckmann gab dann ein differenziertes Bild der Bewegung, in der sie unterschied zwischen schon existierenden Strömungen und Gruppen und solchen, die sich anlaßbezogen vor Ort gründeten. Große Bedeutung hatte seit den frühen 70er Jahren der rechtskonservative „Weltbund zum Schutze des Lebens“, später dann die Gewalt­freien Aktionsgruppen, die sich bundesweit um die Zeitung „Graswurzelrevolution“ vernetzten und die sog. K-Gruppen. Letztere seien am heftigsten umstritten gewesen. In der Medienberichterstattung, etwa der Tagesschau hätten jedoch die Gewalt-Bilder die Vielfalt der Kritik, Themen und Fakten überschattet. Gleichwohl habe es innerhalb der Bewegung eine hohe Solidarität gegeben und: Ja, für viele der Akteure seien diese Proteste in Teilen lebensbestimmend gewesen.

Viele Fragen, Meinungen und Anregungen gab's und längst nicht die Zeit, die Fülle des ausgebreiteten Materials zu diskutieren. So kreiste die Diskussion einmal mehr um die Gewaltfrage. Einige TeilnehmerInnen bekundeten ein gutes Gewissen, bei der Demonstration dabei gewesen zu sein. Es sei nicht um Gewalt gegen Polizisten gegangen, sondern die Gewissheit, dass man der Atomkraft etwas entgegensetzen müsse. Auch wenn es rückblickend vielleicht etwas naiv erscheinen möge, eine Platzbesetzung zu versuchen und zu ignorieren, dass die Polizei dies nicht so einfach zulassen würde. Anders Ralf Hermes, der nicht nur viele Jahre Vorsitzender der BUND-Kreisgruppe war, sondern von Beruf Polizeibeamter ist und somit beide Seiten kennt. Aus seiner Sicht habe die Gewalt nur geschadet und die Atomkraft verlängert, weil nicht mehr über die Kritik daran, sondern eben über Gewalt geredet worden sei. Das blieb nicht ohne Widerspruch: Von wem sei denn die Gewalt ausgegangen? Und: Dass anders als geplant, nach der Welle heftiger Demonstratio­nen keine neuen AKWs mehr gebaut wurden, zeige doch, dass die massiven Proteste wohl nicht so ganz folgenlos waren.

Klar, dass diese Frage auch heute nicht abschließend geklärt werden konnte, aber gut, dass eine Generation junger WissenschaftlerInnen einen heutigen Blick auf die Auseinandersetzung wirft und dabei hilft, dass aus persönlichen Erinnerungen gesellschaftliche Erfahrungen werden. Die Befragungen werden im laufenden Semester fortgesetzt.

Etwa 20 Zeitzeugen und 6 StudentInnen bei der engagierten Diskussion (Foto: Juliane Dickel)
Etwa 20 Zeitzeugen und 6 StudentInnen bei der engagierten Diskussion (Foto: Juliane Dickel)

2017

Widerstand vor Ort: Von den Anfängen bis heute

Eröffnung der Ausstellung in Bad Pyrmont durch Bürgermeister Blome und Ute Michel (GRÜNE)

(Do. 18-05-2017) Bad Pyrmont: Über Widerstand vor Ort: Von den Anfängen bis heute berichten und diskutieren heute Eckard Bretzke, 1977 Pastor in Tündern, und Hans-Peter Leiding, der als Anwohner gegen die Betriebsgenehmigung des AKW-Grohnde klagt im evangelischen Gemeindehaus in Bad Pyrmont. Noch bis zum 26. Mai zeigen der GRÜNE Kreisverband und die örtliche Gruppe des Niedersächsischen Heimatbundes die Ausstellung 40 Jahre Schlacht um Grohnde im Rathaus. Danach steht die Ausstellung für weitere Orte zur Verfügung.

Göttingen: Grohnde-Ausstellung ab heute im Kreishaus

Ausstellungsmacher Gelderblom vor Demo-Foto

(Di. 02-05-2017) Die Ausstellung 40 Jahre "Schlacht um Grohnde" wechselt heute die Location und wird bis Ende nächster Woche (12. Mai) im Kreishaus des Landkreises Göttingen in der Reinhäuser Landstraße 4 zu sehen sein. Zum Auftakt führt heute um 15.30 Uhr der Hamelner Historiker Bernhard Gelderblom in die von ihm erstellte Ausstellung ein. In der zweiten Mai-Hälfte soll die Ausstellung dann in Bad Pyrmont zu sehen sein. Anfragen zur Ausleihe der Ausstellung bitte an ausstellung(ätt)grohnde-kampagne.de

Ausstellungstermine in Göttingen:

  • 02. - 12. Mai      |   Kreishaus des Landkreises Göttingen, Reinhäuser Landstraße 4, 37083 Göttingen, zu den üblichen Öffnungszeiten

  • Di., 02. Mai         | 15.30 Uhr      Einführung in die Ausstellung durch den Hamelner Historiker Berhard Gelderblom

[Veranstaltungsflyer Göttingen]     [Ausstellungstafeln als PDF-Datei

Berichte:

 

Ausstellungseröffnung in Göttingen

  • Grohnde Ausstellung in frisch renovierten Räumen im OM10 in Göttingen

(Fr. 28-04-2017) Mit der Zeitung „Atomexpress“ war in Göttingen seit den späten 70er bis in die 80er Jahre eines der politischen Zentren der damaligen Anti-AKW-Bewegung. Mit vom ASTA organisierten Bussen fuhren am 19. März 77 mehr als 1.000 Menschen nach Grohnde. Einige da­von, aber auch deutlich Jüngere, kamen gestern zur Eröffnung der Ausstellung 40 Jahre „Schlacht um Grohnde“ ins „OM10“. Das OM10 ist ein Projekt im früheren Gewerkschaftshaus in der Oberen Maschstraße 10. Das Haus stand seit 2009 leer, bis es im November 2015 besetzt wurde und ein Jahr später nach „langen und zähen“ Verhandlungen mit der Immobilien-Holding des DGB von den BesetzerInnen erworben werden konnte, um günstigen Wohnraum, Unterkunft für Geflüchtete und ein politisches Zentrum einzurichten. [OM10-Homepage
Dort steht die Ausstellung bis zum 1. Mai, dann bis zum 12. Mai im Kreishaus. Bei der Veranstaltung wurde bekannt, das eine Resolutionen zur Stilllegung des AKW Grohnde im Kreistag bereits in dieser Woche eingebracht wurde und am 12. Mai von fünf Fraktionen im Rat der Stadt eingebracht wird.

Ein filmischer Zusammenschnitt von der Demonstration und aus der Tagesschau des gleichen Tages versetzte das Publikum der gut besuchten Veranstaltung zurück zum 19. März 1977. Vier Beteiligte be­richteten wie sie den Tag erlebt haben und heute darüber denken. Ausgangspunkt waren auch hier die starken Erinnerungen. Eine damals 19jährige berichtete von der „Wut über dieses menschenver­achtende Bollwerk, an dem man nichts mehr ändern kann“. Obwohl nur als Sanitäterin unterwegs, habe sie zwei angebrochene Rippen davon getragen. Der Einsatz der Reiterstaffel, dass sei für ihn eine prägende Erfahrung gewesen, die ihn nicht mehr verlassen habe, berichtete ein damals 17jäh­riger. „Wahnsinnig lange her sei das ja heute und bei Vielem habe man vielleicht auch Glück gehabt, dass es nicht schlimmer ausgegangen ist“, resümierte einer der Organisatoren des damaligen Göttinger Arbeitskreises gegen Atomenergie. In jedem Falle sei nach Grohnde klar gewesen, dass es keine weiteren solchen Aktionen geben konnte. Zugleich aber, so sein persönlicher Eindruck, seien die Grohnde-Demonstration und der zeitgleich beginnende Widerstand gegen Gorleben der Anfang vom Ende der Atomenergie gewesen, „auch wenn es in der damaligen Situation immer als Dauerfrust empfunden wurde“. Gegen den „Dauerfrust“ gab es Widerspruch, auf Lust an Veränderung, Spaß (nicht nur beim Bier) und erruptive Lernprozessen wurde hingewiesen. Eher Zustimmung zur Bewertung, das auch wenn Bau und Betrieb in Grohnde selbst nicht verhindert werden konnte, die gesamte Auseinandersetzung rückwirkend betrachtet doch erfolgreich gewesen sei. Abschließend gab Peter Dickel einen Überblick über die Entwicklung um Grohnde seit 1977 und die aktuelle Arbeit der Regionalkonferenz. Beim Geschichtsprojekt gehe es nicht um sentimentales Erinnern, sondern um eine ehrliche Rechenschaft und eine Zwischenbilanz. Denn angesichts der noch laufenden AKWs (Grohnde bis 31.12.2021), der dann an den Standorten noch vorhandenen Zwischenlager (geneh­migt bis 2046) und des überall im Lande verteilten Atommülls sind wir nicht am Ende der Auseinandersetzung oder mittendrin, sondern immer noch ganz am Anfang.

Die weiteren Ausstellungstermine in Göttingen:

  • 28.04. - 01.05.  |  14.00 - 18.00 Uhr, am 1. Mai zusätzlich von 10.30 - 11.30 Uhr, OM10, Obere Maschstraße 10, Göttingen

  • 02. - 12. Mai      |   Kreishaus des Landkreises Göttingen, Reinhäuser Landstraße 4, 37083 Göttingen, zu den üblichen Öffnungszeiten

  • Di., 02. Mai         | 15.30 Uhr      Einführung in die Ausstellung durch den Hamelner Historiker Berhard Gelderblom

[Veranstaltungsflyer Göttingen]     [Ausstellungstafeln als PDF-Datei
Anfragen zur Ausleihe der Ausstellung: ausstellung(ätt)grohnde-kampagne.de

Bericht vom Auftaktwochenende Mitte März im Hameln.
Presseberichte zum Projekt auf einer Sonderseite des BUND Hameln-Pyrmont 

 

Ausstellung und Veranstaltungen jetzt in Göttingen

(So. 23-04-2017) Ab Donnerstag wird die Ausstellung 40 Jahre "Schlacht um Grohnde"  in Göttingen zu sehen sein, zunächst im OM 10, dann im Kreishaus. Eröffnung am Do., 27. April um 18.00 Uhr im OM10 (ehem. DGB-Haus), Obere Maschstraße 10. Ab 19.00 Uhr geht es mit Filmen, Zeitzeugen und Diskussion um "Geschichte, Gegenwart und Perspektiven der Anti-AKW-Bewegung".  [Veranstaltungsflyer Göttingen]

Vom 02. - 12. Mai steht die Ausstellung im Göttinger Kreishaus in der Reinhäuser Landstraße 4. Zur Eröffnung am Di, 2.5. um 15.00 Uhr kommt der Hamelner Historiker Bernhard Gelderblom, der die Ausstellung auf Anregung der Regionalkonferenz erstellt hat (grafische Gestaltung Jörg Mitzkat).

Ab Mitte Mai ist die Ausstellung in Bad Pyrmont zu sehen und steht danach für weitere Orte zur Verfügung, möglich ist auch die Durchführung von Projekttagen in Schulen. Zur Vor- und Nachbereitung hat Bernhard Gelderblom die einzelnen Ausstellungstafeln als PDF-Datei eingegestellt. Ansprechpartner für die Ausleihe der Ausstellung ist Dieter Kölkebeck vom Anti-Atom-Plenum Weserbergland unter ausstellung(ätt)grohnde-kampagne.de

 

Reges Interesse an 40 Jahre "Schlacht um Grohnde"

Ausstellungseröffnung im Hamelner Münster
Ausstellungseröffnung im Hamelner Münster
Rege Diskussionen in der Ausstellung
Rege Diskussionen in der Ausstellung
Männer und Frauen auf der Bühne der Geschichte
Männer und Frauen auf der Bühne der Geschichte
Rechtsanwälte Barbara und Eckard Klawitter
Rechtsanwälte Barbara und Eckard Klawitter
Blick ins Publikum beim Geschichtsmark
Blick ins Publikum beim Geschichtsmark
Pastoren Risel, Adler und Bretzke (v.l.)
Pastoren Risel, Adler und Bretzke (v.l.)
Grußbotschaft Landesbischof Meister
Grußbotschaft Landesbischof Meister

(Mo. 20-03-2017*) Am Wochenende lud das Projekt 40 Jahre „Schlacht um Grohnde“ zu drei Veranstaltungen in Hameln. Die Ausstellung des Historikers Bernhard Gelderblom (grafische Gestaltung Jörg Mitzkat) wurde der Öffentlichkeit vorgestellt, im Kulturzentrum Sumpfblume fand unter dem Titel „Geschichten und Geschichte“ eine Geschichtsmarkt statt und für Sonntag, den 19. März selber lud die Münster-Kirche zu einem Gottesdienst ein.

Mehr als 100 Gäste kamen am Freitag zur Eröffnung der Ausstellung in Hamelner Münster.  In einem Grußwort für die Regionalkonferenz kritisierte Peter Dickel die Zurückhaltung der Geschichtswissenschaften gegenüber diese Phase und Aspekte der Entwicklung in der alten BRD. Umso größer der Dank an Bernhard Gelderblom, der sich auf die Herkules-Aufgabe eingelassen hat, in nur wenigen Monaten Berge von Material, das er von allen Seiten bekommen hat, zu einer Ausstellung zu verarbeiten. Sie könne nur ein erster Blick sein, weit entfernt von einem abschließenden Urteil. 36 Tafeln sind es geworden, konzentriert auf die Zeit vom Beginn der Auseinandersetzung 1973 bis zur Inbetriebnahme des Reaktors 1985. Ein zentraler Baustein der Ausstellung sind Zeitzeugenberichte, aus unterschiedlicher Sicht, aber alle mit großer Intensität, erläuterte der Historiker und Ausstellungsmacher Bernhard Gelderblom. 

Am Samstag ab 15.00 Uhr ging es im Kulturzentrum Sumpfblume weiter mit "Geschichten und Geschichte" aus 5 Jahrzehnten. Akteure von damals - fast ausschließlich Männer - ließen in Gesprächen auf der Bühne die Situation von damals wieder entstehen. Wo Erinnerungen fehlten, wurde ins Publikum gefragt, das sich ansonsten eher andächtig zurück hielt. Über die Gerichtsverfahren gegen Demonstranten und Bewohner des Anti-Atom-Dorfes, die über mehrere Jahre die örtliche BI-Arbeit überschatteten, berichteten die Anwälte Barbara Klawitter (damals vor Ort) und Eckart Klawitter. Richtig lebendig wurde es, als zweimal Frauen (!) die Bühne "stürmten" und das Publikum mit von Hand gemachten alten und neuen Liedern in Schwung brachten. Die Veranstaltung zeigte ein differenziertes Bild über Positionen zu den damaligen Ereignissen, aber eine Diskussion darüber kam nicht auf. Früher hat man sich über sowas gestritten, heute ließ man die Positionen freundlich im Raum zurück.

Am Jahrestag selber, am Sonntag, dem 19. März 2017 lud dann das Hamelner Münster zu einem Gottesdienst zur Bewahrung der Schöpfung 40 Jahre nach der „Schlacht von Grohnde“ ein. Vorbereitet von Pastor i.R. Bretzke (bis 1977 Gemeinde Tündern, heute Vorstand im Rechtshilfefonds), Pastor Risel und Team und dem Umweltbeauftragten der Ev.-luth. Landeskirche, Rolf Adler, der auch die Predigt hielt. In einer Grußbotschaft von Landesbischof Meister heißt es u.a.: "Die Auseinandersetzungen um Grohnde vor 40 Jahren sind heute ein Meilenstein auf dem Weg zu einer besseren, wenn auch späten Einsicht. Und die, die damals energischen Widerstand leisteten, haben heute den Ausstiegsbeschluss auf ihrer Seite. Grohnde, Gorleben, die Asse und Schacht Konrad sind allerdings nach wie vor Brennpunkte dieser Geschichte in unseren Kirchen. Als Großanlagen zur Stromerzeugung oder als geplante Großanlagen zur Aufnahme von Atommüll erinnern sie uns daran, dass die Arbeit am Ausstieg noch vor uns liegt."

Zahlreiche Presseberichte zu dem Projekt finden sich auf einer Sonderseite des BUND Hameln-Pyrmont .

Die Ausstellung ist noch bis zum 07. April im Hamelner Münster zu sehen, ab Ende April in Göttingen und ab Mitte Mai in Bad Pyrmont.  Danach steht sie für weitere Orte zur Verfügung, möglich ist auch die Durchführung von Projekttagen in Schulen. Zur Nutzung im Internet Bernhard Gelderblom die einzelnen Ausstellungstafel als PDF-Datei eingegestellt

Die Regionalkonferenz am 01. April in Hameln wird die bisherige Projektarbeit diskutieren und überlegen, wie es weitergehen kann und soll. Denn: Am Ende ist diese Diskussion nicht, sie hat gerade erst begonnen.

2016

"Schlacht um Grohnde" als historische Landmarke

Historiker Gelderblom / Demo-Foto
Historiker Gelderblom / Demo-Foto

(Mo, 19-12-2016) „Das ist nicht mehr viel Zeit“, mahnte Bernhard Gelderblom beim Treffen des Geschichts­projektes 40 Jahre „Schlacht um Grohnde“ am letzten Samstag. Bei dem Historiker und versierten Ausstellungsmacher laufen alle Fäden für die Ausstellung zusammen, die ab Freitag, dem 17. März in der Münster-Kirche in Hameln gezeigt werden soll. In den vergangenen Monaten gab es viele spannende Gespräche, Berge von Material sind zusammen gekommen, Ordner, Fotos, Plakate und vieles mehr, sorgsam verwaltet von Dieter Kölkebeck vom Anti-Atom-Plenum Weserbergland. Samstag stand die Sichtung von Fotos im Vordergrund, bis zum nächsten Treffen am 7. Januar sollen zu den einzelnen Abschnitten Textvorschläge vorliegen. Gelderblom macht nicht nur Druck, sondern hat da auch klare Qualitätsvorstellungen.

Die Ausstellung soll aus 20 – 40 sog. RollUps bestehen, einer Technik, die es ermöglicht, sie später auch unkompliziert an anderen Orten zu zeigen. Wieviele Tafeln es schließlich werden, hängt weniger vom Material ab, als von den Kosten. Rund 250,-€ braucht das Projekt für die Produktion jedes RollUps. Spenden erwünscht.

„Eigentlich müßte man die Fotos alle zeigen“, meinte ein Teilnehmer. Aber das geht natürlich nicht. Die Ausstellung soll einen Überblick geben über die Auseinandersetzung um das AKW Grohnde von Anfang der 70er Jahren bis heute, mit einem klaren Schwerpunkt auf die Jahre 1977 – 1979, als Grohnde auch in der bundesweiten Auseinandersetzung eine wichtige Rolle spielte. „Die 'Schlacht um Grohnde' ist für uns so eine Art historische Landmarke“, sagt Peter Dickel, einer der Initiatoren des Projektes: „Ein einschneidendes Erlebnis, das exemplarisch steht für die damalige Auseinandersetzung und an das sich viele Menschen noch erinnern können. Es geht um persönliche Erinnerungen, aber eben auch um gemeinsame Erfahrungen. Immerhin spielte die Auseinandersetzung um die Atomenergie nicht nur in der Biographie vieler Menschen sondern auch in der Entwicklung der Zivilgesellschaft der alten BRD eine große Rolle. Verbunden mit der Entwicklung der Erneuerbaren Energie, ökologisch orientierter Wissenschaft, neuer Formen demokratischer Einmischung und vielem mehr. All das ist ja durch den Beschluß aus der Atomenergie auszusteigen nicht einfach abgehakt.“

Außer der Ausstellung im Hamelner Münster (17.3.- 07.04.2017) sind bisher ein „Geschichtsmarkt“ am 18. März im Kulturzentrum Sumpfblume geplant und ein Gottesdienst am 19. März. Darüber hinaus gibt es viele Ideen und Anregungen.

Arbeitstreffen des Geschichtsprojektes 40 Jahre "Schlacht um Grohnde" am 17. Dezember in Hameln. Rechts: Historiker Gelderblom, links: Dieter Kölkebeck vom Anti-Atom-Plenum Weserbergland.
Arbeitstreffen des Geschichtsprojektes 40 Jahre "Schlacht um Grohnde" am 17. Dezember in Hameln. Rechts: Historiker Gelderblom, links: Dieter Kölkebeck vom Anti-Atom-Plenum Weserbergland.

Weißt Du noch . . . ???

Damit aus Geschichten, so wie man sie sich abends beim Bier erzählt, Geschichte wird, müssen die Geschichten erstmal erzählt werden. Und es braucht Leute, die zuhören, mit mehr oder weniger Distanz oder auch mit ganz anderen Erfahrungen und Sichtweisen. Das versuchen wir mit dem Geschichtsprojekt 40 Jahre "Schlacht um Grohnde" anzuregen. Zu einer ersten Vorstellung des Projektes laden wir für kommenden Samstag, den 12. November, 10.00 - 12.00 Uhr nach Hameln ins Cafe täglich in der Osterstraße 41 (Fußgängerzone) ein. Geplant ist für März/April 2017 eine Ausstellung im Hamelner Münster, eine größere offene Veranstaltung im Kulturzentrum Sumpfblume ("Geschichtsmarkt") und ein Gottesdienst am 19. März. Mehr wäre möglich, Anregungen zum Projekt, Fotos, Filme und Material sind hochwillkommen. Und natürlich die eigenen Erinnerungen, Geschichten und Erfahrungen.

Samstag. 12.11.  | 10.00 - 12.00 Uhr  |  Geschichtsprojekt 40 Jahre "Schlacht um Grohnde" stellt sich vor, Interessierte sind herzlich eingeladen [Einladung], Café täglich, Osterstraße 41, 31785 Hameln

Kontakt:

geschichtsprojekt(ätt)grohnde-kampagne.de | 0174 - 3576821 (Peter Dickel)

Spenden für das Geschichtsprojekt:

GLS Bank | IBAN: DE49 4306 0967 4067 8836 01 | Stichwort „Geschichtsprojekt“
AG Schacht KONRAD e.V.