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Atommüll, Grohnde-Klage und ein bischen Nostalgie

Hochaktiv und zuversichtlich: Karsten Schmeißner und Achim Müller-Blank am Gorleben-Stein in Hannover (Foto: Juliane Dickel)
Hochaktiv und zuversichtlich: Karsten Schmeißner und Achim Müller-Blank am Gorleben-Stein in Hannover (Foto: Juliane Dickel)

(So. 22-04-2018) Ganztagseinsatz für Grohnde-Aktive am Freitag im Kulturzentrum Pavillon in Hannover. Zunächst ging es beim Workshop „Wem gehört der Atommüll“ um die Neuorganisation der Atomverwaltung, ein kom­plexes Problem, denn immerhin wird der ganze Atommüll jetzt verstaatlicht, die Profiteure der Atomenergie weitgehend entlastet. Intensiv fragten Karsten Schmeißner und Achim Müller-Blank nach, wie es mit dem Zwischenlager am AKW Grohnde weitergeht, das bis zum 1.1.2019 an die neue staatliche Zwischenlagergesellschaft (BGZ) übergeben werden muss. Berichte zur Veranstaltung in Kürze hier und beim veranstaltenden Fachportal atommüll.de . Im Anschluß fand am gleichen Ort ein Treffen des Rechtshilfefonds mit Anwalt Wollenteit und Gutachterin Becker statt, um die nächsten Schritte der Grohnde-Klage zu besprechen, über die bei der nächsten Mitgliederver­samm­lung des Rechtshilfefonds, vermutlich am Mittwoch, dem 16. Mai in Hameln, beraten wird.

Die Pause zwischen den Terminen nutzen Schmeißner und Müller-Blank für einen Ausflug in die Geschichte: Vor dem Pavillion steht der Gorleben-Stein, mit seiner bewegten Geschichte. Der ursprüngliche 500kg Findling wurde 1979 mit dem Gorleben-Treck als Geschenk für die Landeshauptstadt nach Hannover gebracht, dort zunächst nur geduldet, 1981 dann entwendet und zwei Monate später von der Bäuerlichen Notgemeinschaft durch den 3 Tonnen schweren Stein ersetzt, der seither als Mahnmahl am Raschplatz steht.

Über kurz und lang: Wie sicher sind die Zwischenlager ?

Expertenrunde: Tom Jürgens (ganz links), Podium: Burghard Rosen (BGZ), Physiker Wolfgang Neumann, Bürgermeister Olaf Schulze (Geesthacht / ASKETA), Miriam Staudte (MdL), Wolfgang Ehmke (BI Lüchow-Dannenberg) und Moritz Riemann vom Forschungsverbund ENTRIA.  Foto: (c) Juliane Dickel

(Sa. 14-04-2018) Bis 2019 übernimmt der Bund die -Zwischenlager von den Betreibern, die alleinige Verantwortung für den Atommüll liegt dann beim Staat. Schon jetzt gibt es Kritik an der Sicherheit, z.B. beim Terrorschutz. Lang­fristig gibt es aber noch ein anderes Problem: Zwei der 16 Zwischenlager für abgebrannte Brennele­mente werden schon jetzt ohne Genehmigung betrieben, die übrigen laufen 2034 bis 2046 aus. Was dann ? - Diese Fragen diskutierten Experten und VertreterInnen von Standorten am Freitag auf Einladung der GRÜNEN Landtagsfraktion in Hannover.

„Welche Sicherheitsanforderungen muß der Betreiber erfüllen, bis der Bund das Zwischenlager am AKW Grohnde übernimmt?“, wollte Tom Jürgens wissen, für DIE GRÜNEN im Gemeinderat Emmerthal und im Kreistag. Die Übernahme bespreche man derzeit mit den Betreibern, erläuterte Burghard Rosen von der neuen Bundesgesellschaft für Zwischenlagerung. Dabei gehe es aber nicht nur um Sicherheitsfragen. Z.B. müßten die Zwischenlager ja vom Betrieb der Atomkraftwerke getrennt, eigene Zuwegung und Infrastruktur geschaffen werden. Speziell zu Grohnde könne er noch nichts sagen. Akute Sicherheitsdefizite, die der Physiker Wolfgang Neumann dargelegt hatte, waren für Rosen kein Thema, aber anwesende Vertreter der Bundesgesellschaft für Kerntechnische Entsorgungssicherheit räumten zumindest ein, dass es für die Zukunft Klärungsbedarf gibt. An den Standorten gehe wohl niemand davon aus, dass die Zwischenlager bis 2046 geräumt sind, berichtete Olaf Schulze, Bürgermeister in Geesthacht und Sprecher der Standortge­meinden mit Atomanlagen (ASKETA) von den Diskussionen vor Ort. Es gäbe aber die Befürchtung, dass aus den Zwischenlagern heimliche Endlager würden. Gerade deshalb sei es wichtig, so Wolfgang Neumann, dass ein Konzept für die längerfristige Zwischenlagerung nicht irgendwann, sondern unverzüglich auf den Tisch komme und dann auch an den Standorten diskutiert und überprüft werden kann.

Zu einem weiteren Fachworkshop „Wem gehört der Atommüll“, bei dem es um die neuen Besitzverhältnisse, Verantwortlichkeiten und Finanzierung geht, lädt das kritische Fachportal atommüllreport.de für kommenden Freitag, den 20. April nach Hannover ein. Studierenden und junge WissenschaftlerInnen bietet atommüllreport.de  eine Sommerakademie im August in Karlsruhe an. Bewerbungsfrist ist der 15. Juli.

Aktuelle Meldungen (neueste zuoberst)

AKW Grohnde nach Revision wieder am Netz

(Do. 22-03-2018) Das AKW Grohnde ist am heutigen Donnerstag wieder ans Netz gegangen, teilt das Niedersächsische Umweltministerium als Aufsichtbehörde in einer Presseerklärung mit. Im Rahmen der jährlichen Revision seien 56 der 193 Brennelemente ausgetauscht und routinemässige Prüfungen und Instandhaltungsarbeiten durchgeführt worden. Dem Ministerium seien zwei meldepflichtige Ereignisse mitgeteilt worden: „Bei dem meldepflichtigen Ereignis 01/2018 „Mangel am elektrischen Antrieb des Frischdampf-Abblaseregelventils" wurde eine Fehlfunktion im Antrieb eines Frischdampf-Abblaseregelventils erkannt und behoben“ heißt es und: „Bei dem meldepflichtigen Ereignis 02/2018 „Defekter Brennelement-Zentrierstift" wurde der Bruch eines Brennelement-Zentrierstiftes gemeldet. Das Bruchstück wurde geborgen und alle anderen Brennelement-Zentrierstifte überprüft.“ Alle Arbeiten seien von Umweltministerium und TÜV intensiv kontrolliert und überprüft worden, versichert das Ministerium abschließend.

[Update 26.03.18/GS] Der Betreiber PreussenElektra selbst ist in seiner eigenen Pressemitteilung etwas auskunftsfreudiger als das Ministerium und erwähnt ein weiteres Vorkommnis. Dort heißt es: "Im Verlauf des Anfahrens der Anlage wurde eine geringfügige Leckage an einer Ver­schlussschraube einer Armatur im nicht-nuklearen Speisewassersystem erkannt. Durch die Reparatur verzögerte sich das Anfahren des Kraftwerks um ca. zwei Tage."

 

Auch Hamelner Rat für vorzeitige Stilllegung des AKW Grohnde!!

(21.02.18/GS) Am Mittwochabend, dem 21. Februar, verabschiedete der Hamelner Rat die Resolution der Listenverbindung von Grünen/LINKE und SPD zur vorzeitigen Abschaltung des AKW Grohnde. Die "Vorarbeit" hatte der Hamelner Umweltausschuss geleistet, der die Resolution bereits am 31. Januar befürwortet hatte (wir berichteten). Gleichwohl hatte sich der Hamelner Verwaltungsausschuss zwischenzeitlich gegen die Resolution entschieden.

Dass es im alles entscheidenden Rat zum Schluss ein knappes Rennen werden würde, war angesichts der dortigen Mehrheitsverhältnisse schon vorher klar. Mit 19 Ja- zu 18 Nein-Stimmen war es dann auch das erwartete "Herzschlag-Finale". Dennoch: Mehrheit ist Mehrheit und die Absicht des AKW-Leiters Michael Bongartz, die symbolträchtige Abstimmung in Hameln zu seinen Gunsten zu beeinflussen, wurde durchkreuzt, trotz allem Aufwand der Gegenseite mit Einladung des Umweltausschusses ins AKW-Besucherzentrum.

Grohnde-Kläger Peter Leiding hatte dagegengehalten und bei seinem Referat im Umweltausschuss am 31.01. eindrucksvoll gezeigt, dass von AKWs Gefahren durch zunehmenden Verschleiß und terroristische Bedrohungen ausgehen, die auch durch eine noch so gut trainierte und motivierte Belegschaft letztlich nicht beherrscht werden können.

Mit dem Hamelner Abstimmungsergebnis erhöht sich die Anzahl der Städte und Kreise, die für die Grohnde-Resolution gestimmt haben, auf insgesamt 18 (s. Übersicht). Da sich auch der Pyrmonter Rat bereits 2017 für die Resolution ausgesprochen hatte, sind jetzt beide große Städte im Kreis mit von der Partie der Stilllegungsbefürworter!

(Di. 20-02-2018) Das AKW Grohnde ist am gestrigen Montag, dem 19. Februar erneut wg. eines Renega­de-Alarms geräumt worden, berichtet die Deister-Weser-Zeitung. Auf dem Flug von Aberdeen nach Frankfurt sei der Funk­kon­takt abgerissen und der „Kollege im Cockpit“ habe statt dem Zahlencode für „Funkprobleme“ versehentlich den Zahlencode für „Entfüh­rung“ eingegeben, zitiert die DeWeZet die Lufthansa. Kampfflugzeuge seien auf­gestiegen, in Hameln der Polizeistab zu­sam­mengetreten und das AKW Grohnde von allen Mitarbeitern ge­räumt worden, die keine sicherheitsrelevanten Aufgaben haben. Dies habe auch 200 Fremd­kräfte betrof­fen, die sich wg. der ab Wochenende geplanten Revision in der Anlagen befanden. Ob andere Standorte betroffen waren bzw. wie dort mit dem Alarm umgegangen wurde, ist nicht bekannt.

Das solche RENEGADE – Alarme häufiger stattfinden, wurde erst im letzten Jahr öffentlich, als am Freitag, dem 10. März 2017 Anti-Atom-AktivistInnen zum Fukushima Jahrestag das AKW Brokdorf blockierten und einen solchen Alarm unmittelbar erlebten [Bericht]. Auch damals gehörte Grohnde zu den Anlagen, die geräumt wurden.

 

Das Nationale Begleitgremium (NBG) als Vermittlerin zwischen Staatsautorität und Mitwirkungsforderungen



Karsten Schmeissner: "Die tägliche Auseinandersetzung vor Ort mit Behörden und Betreibern schafft kein Vertrauen in ein dialogorientiertes Handeln".
Karsten Schmeissner: "Die tägliche Auseinandersetzung vor Ort mit Behörden und Betreibern schafft kein Vertrauen in ein dialogorientiertes Handeln".

Erfahrungen von Karsten Schmeißner:

(8.2.18/KS) „Engagiert und reflektiert kümmern sich die Mitglieder des NBG um ihre Aufgabe als Nahtstelle zwischen den Beteiligten des Standortauswahlverfahrens. Es hat sich gezeigt, dass für sie Transparenz, Offenheit, Unabhängigkeit, Einbindung aller Beteiligten und ein sich Begegnen auf Augenhöhe wichtige Kriterien ihrer Arbeit darstellen“, so das Fazit einer Veranstaltung am Samstag (3.2.) in Berlin.

Als gesellschaftlicher Wächter im Suchprozesses für ein Lager für den hochstrahlenden Atommüll hatte das NBG zu einem BürgerInnen-Dialog eingeladen, um sich über erste Schritte der Standortauswahl, die Rollenverteilung und die Ausgestaltung der Öffentlichkeitsbeteiligung auszutauschen.

Heftige Kritik entbrannte an einem gerade zuvor veröffentlichten Positionspapier des neu errichteten Bundesamts für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE), das darin keinen Zweifel ließ an seiner Machtstellung als zentrale Behörde in diesem Prozess. Systemkonforme Kritik am Suchverfahren sei erwünscht, alles andere störend und deshalb nicht zu berücksichtigen, so der Geist des Papiers.

VertreterInnen von Initiativen und Verbänden machten deutlich, dass für sie nur durch konkrete Nachbesserungen im Beteiligungsprozess eine Chance auf verantwortliche Mitwirkung bestünde. Man wolle hier keine Alibifunktion übernehmen. Deshalb müsse das NBG unabhängig bleiben und entsprechende Nachbesserungen einfordern.

Aber kann es das leisten, wo es dem Gesetzgeber lediglich Empfehlungen aussprechen darf?

 

Mehr Infos:  Veranstaltungsbericht auf der Homepage des NBG  | Endlagersuche in Berlin: Ein unfairer Generationenvertrag  |  Atommülllager-Suche: Ein Bundesamt und die „Öffentlichkeit im Standortauswahlverfahren als Beobachter von außen"  |   Positionspapier des BfE

 

Anti-Atom-Bücher: Lese- und Geschenktipps

Sachbücher:

  • Martin Arnold & Urs Fitze, Die strahlende Wahrheit: Vom Wesen der Atomkraft. Rüffer & Rub Sachbuchverlag, Zürich 2015
  • Bernward Janzing, Vision für die Tonne: Wie die Atomkraft scheitert - an sich selbst, am Widerstand, an besseren Alternativen. Picea-Verlag, Freiburg 2016
  • Claudia Kemfert, Das fossile Imperium schlägt zurück: Warum wir die Energiewende jetzt verteidigen müssen. Murmann-Verlag, Hamburg 2017
  • Joachim Radkau & Lothar Hahn, Aufstieg und Fall der deutschen Atomwirtschaft. oekom-Verlag, München 2013
  • Sascha Adamek, Die Atomlüge: Getäuscht, vertuscht, verschwiegen: Wie Politiker und Konzerne die Gefahren der Atomkraft herunterspielen. Heyne-Verlag, München 2011
  • Bernhard Gelderblom, 40 Jahre "Schlacht um Grohnde" 1977-2017. Verlag Jörg Mitzkat, Holzminden 2017

Romane:

  • Nicol Ljubic, Ein Mensch brennt. dtv-Verlagsgesellschaft, München 2017
  • Werner Geismar, Cattenom: Das Ende einer Laufzeit. Gardez!-Verlag, Remscheid 2012
  • Elisabeth Filhol, Der Reaktor. Verlag Lutz Schulenburg, Hamburg 2011.
  • Helmut J. L. Mayer, Der Störfall: Macht und Ohnmacht im Atomkraftwerk. Persimplex-Verlag, Wismar 2012. Hinweis: Der Autor war lange Jahre Betriebsleiter im AKW Biblis 2 und weiß daher, wovon er schreibt.

Empfehlung zum Bezug: Entweder bei .ausgestrahlt (einige Direktlinks haben wir oben schon angegeben) oder bei dem Buchhändler Ihres Vertrauens (dazu sollte möglichst nicht amazon gehören!).

"40 Jahre Schlacht um Grohnde" jetzt auch als Buch

(06.11.17/GS) Die von den örtlichen Bürgerinitiativen als friedliche Veranstaltung geplante Anti-Atomkraft-Demo am 19. März 1977 eskalierte und ging als „Schlacht um Grohnde“ in die Geschichte ein. 40 Jahre später hat der Historiker Bernhard Gelderblom zahlreiche Bilder, Dokumente und Erfahrungsberichte für eine umfangreiche Ausstellung über diese Demonstration und die Anti-Atom-Bewegung im Weserbergland zusammengetragen. Diese Ausstellung war bisher in Hameln, Göttingen, Bad Pyrmont zu sehen. Bei Interesse kann sie an weitere Orte ausgeliehen werden.

Vom 16.11.17 bis 28.01.18 kann die Ausstellung im Polizeimuseum Niedersachsen in Nienburg/Weser besichtigt werden.

Inzwischen liegt die Ausstellung auch in Buchform vor. Die Inhalte des Buches sind allerdings wesentlich umfangreicher als die der Ausstellung. Zudem gibt es einen Anhang mit Fotos und Texten zu den Veranstaltungen rund um die Ausstellung (siehe dazu auch unsere Dokumentation zum Geschichtsprojekt).

Die Darstellung der Ereignisse des 19. März 1977 versucht unterschiedliche Sichtweisen – der Demonstranten, der Polizei, der Presse, der Obrigkeit – einzunehmen. Diese Dokumentation ist auch als Aufforderung zu verstehen, die Zeit der 1970er Jahre genauer zu betrachten – die Demokratie erlebte ein erneuerndes Element, indem „Bürgerinitiativen“ direkten Einfluss auf konkrete Entscheidungen des Staates nehmen wollten und – teilweise sehr fantasievoll – Widerstand leisteten.

Tipp: Das ursprünglich angekündigte Erscheinungsdatum Ende November hat sich verschoben. Das Buch wird nach aktuellem Stand erst kurz vor Weihnachten 2017 im Verlag Jörg Mitzkat (Holzminden) erscheinen. Es kann direkt im Verlag oder im Buchhandel bestellt werden und kostet 24,80€. Es eignet sich auch gut als (Weihnachts-)Geschenk für Angehörige oder Freunde!

Link zur Sat1-Meldung am 13. Januar
Link zur Sat1-Meldung am 13. Januar
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AKW-Grohnde: Tödliche Dosis bei Flugzeugabsturz

Physikerin Becker erläutert Gutachten
Physikerin Becker erläutert Gutachten

(Fr, 13-01-2017/GrohndePress) Flugzeugabstürze oder terroristische Angriffe auf das AKW Grohnde können in kurzer Zeit zu so hohen Freisetzungen führen, dass Anwohner tödlich bedroht sind. Das hat die Physikerin Oda Becker in einem Gutachten festgestellt, das am Freitag in Hannover vorgestellt wurde. Seit Oktober 2015 klagen Anwohner aus Grohnde und Boden­werder gegen den Betrieb des AKW. Sie fordern eine zügige Durchführung des Ver­fahrens vor dem OVG Lüneburg und vollständige Aktenvorlage durch das Umwelt­ministerium.

Die Gutachterin hat Auswirkungen eines schweren Unfalls im AKW Grohnde für die Kläger unter­sucht und dabei besonders Abstürze von größeren Verkehrsflugzeugen wie dem Airbus A380 berücksich­tigt. Grundlage waren Gutachten der Gesellschaft für Reaktorsicherheit (GRS) zu Flugzeugabstürzen auf AKW von 2002 und eine vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) nach Fukushima erstellte Studie über die Freisetzungen nach großen Unfällen in deutschen AKW.

Becker: „Durch einen zufälligen oder gezielt herbeigeführten Absturz eines Großflug­zeu­ges kann es zu fünfmal höheren Freisetzungen und einer sehr viel schnelleren Ausbreitung kom­men. Diskutiert wird heute die Evakuierung im Nahbereich innerhalb von 6 Stunden nach einem Unfall, aber selbst dafür gibt es noch keine Planung. Wir reden hier aber von einer Ausbreitung innerhalb von 2 – 3 Stunden.“ Eine rechtzeitige Evakuierung, schreibt Becker in ihrer Stellungnahme, werde voraus­sichtlich nicht erfolgen, „die Strahlendosen sind jedoch so hoch, dass der Kläger zu 2 [Grohnde] selbst im Gebäude eine tödliche Dosis erhalten kann.“ (Seite 38)

Angesichts dieser bedrohlichen Situation kritisiert Kläger Hans-Peter Leiding aus Grohnde die mangelnde Aktenvorlage durch das beklagte Umweltministerium: „Wir wis­sen aus Schrei­ben des Ministeriums, dass es zur Frage des Flugzeugabsturzes Kon­sul­tationen mit der Bundesregierung und wohl auch weitere Berechnungen gegeben hat. Zu den Ergebnissen findet sich aber nichts in den Akten.“ Darum hofft Leiding auf eine alsbaldige Terminierung durch das OVG und eine Aufforderung an das Umweltministerium, endlich alle Akten und Fakten auf den Tisch zu legen.

[Presseinfo als PDF]  [Statement Leiding]

Gutachterliche Stellungnahmen Oda Becker:

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Anwohner klagen auf Entzug der Betriebsgenehmigung

Landespressekonferenz am 25. März 2015 in Hannover

Alle Infos auf den Seiten des Rechtshilfefonds Atomerbe Grohnde e.V.

 

Das war die Aktions- und Menschenkette am 9. März 2013

Aus Anlass des 2. Fukushima-Jahrestages rief die Regionalkonferenz  für Samstag, den 09. März 2013 zu einer Aktions- und Menschenkette rund um das Atomkraftwerk Grohnde auf. An den mehr als 200 Aktionspunkten  im Abstand von etwa 40 km vom Reaktor probten mehr als 20.000 Menschen, was es bedeutet, wenn die Katastrophe nicht 9.000 KM entfernt, sonder direkt vor der eigenen Haustür stattfindet. Dazu hatte die Regionalkonferenz am Dienstag zuvor ein fiktives, aber durchaus realistisches Katastrophenszenario gestartet und mit sieben Bulletins entwickelt.  [Aktionsaufruf]  [mehr Infos zur Aktion]

Stell dir vor... Verlassen Sie das Sperrgebiet!

Stell dir vor: Riss im AKW Grohnde

Bulletin No. 7. Hameln. 8.3.2013, 1 Uhr. Nach dem Katastrophenszenario der "Regionalkonferenz Grohnde abschalten" wird die Bevölkerung 40 km rund um das AKW Grohnde aufgerufen, das Sperrgebiet bis spätestens Samstag 11 Uhr zu verlassen. Nach dem Szenario sind bei einem Unfall im Atomkraftwerk Grohnde seit Mittwochmorgen radioaktive Stoffe freigesetzt worden. Weiterlesen... Bulletin No.1 No.2 No.3 No.4 No.5 No.6 und Video Riss AKW Grohnde.


Grohnde 2013 Aktions- und Menschenkette auf einer größeren Karte anzeigen

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Termine

Meldepflichtige Ereignisse seit Inbetriebnahme:

258

Stand: 10. April 2018

Quelle: Übersicht beim Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE)

Anmerkung: Die Statistik der meldepflichtigen Ereignisse beim BfE ist nicht tagesaktuell. Die Zahlen werden immer zur Mitte eines Monats mit dem Stand zum Ende des vorvorigen Monats aktualisiert, also z.B. Mitte November mit dem Stand von Ende September.

Unsere Berichte (seit 2014)

 

18

Kommunen und Landkreise fordern bis jetzt die beschleunigte Stilllegung des AKW Grohnde!

Stand:  21. Februar 2018

[Unsere Übersicht]